Uli Staebner (24.9.1951-12.2.2026)
Als Kind von Flüchtlingen aus der preußischen Provinz Posen wurde Uli Staebner in Rickling in Schleswig-Holstein geboren. Anschließend lebte die Familie in Neumünster, wo der Vater Gerhard als Architekt schnell wieder Fuß fassen konnte.
Da er ein Naturliebhaber war, schloss Staebner 1970 eine Ausbildung als Gärtner in Kiel ab und schon im selben Jahr schrieb er sich für Garten- und Landschaftsbau an der Technischen Fachhochschule Berlin ein und schloss das Studium 1975 ab. Aber auch das befriedigte ihn nicht in seinem Wunsch, die Qualitäten gelungener Gestaltungen ganz zu durchdringen. Und so studierte er schließlich 1975-1983 Architektur an der Hochschule der Künste Berlin und folgte damit dem Vorbild seines Bruders. Hier beeindruckte ihn vor allem die Haltung seines Lehrers Ludwig Leo (1924-2012), der als wissenschaftlicher Assistent bei Oswald Mathias Ungers begonnen hatte.
1981 besuchte Uli Staebner die Sommerakademie in Salzburg, wo er den Preis der Galerie Welz für ausgezeichnete Leistungen in der Architekturklasse bei Wilhelm Holzbauer und Gustav Peichl erhielt. Der Aufenthalt war für ihn beruflich wie privat prägend. Er lernte hier seine spätere Ehefrau Andrea kennen. Die beiden heirateten 1985 und bekamen 1987 einen Sohn.
Noch während seines Berliner Studiums ging Staebner 1982-83 für drei Semester als Gasthörer der Meisterklasse Peichl an die Akademie der Bildenden Künste nach Wien. Sein ausgezeichnetes Abschlusszeugnis verzeichnet nicht nur zwei Salzburger Studienarbeiten, sondern auch das Thema der Diplomarbeit widmete sich einem Umbau in Salzburg, wo er seit 1982 wohnte.
1983-84 arbeitete Staebner bei Friedrich Brandstätter als freier Mitarbeiter, wo er unter anderem am Wettbewerbsentwurf für die Forellenwegsiedlung beteiligt war. Aufgrund seiner Fähigkeiten als ausgezeichneter Entwerfer war er 1985 für Gerhard Garstenauer und in der Folge in wechselnden Arbeitsgemeinschaften tätig. Längere Zeit arbeitete er mit Wilhelm Lankmayer und Michael Wieser zusammen, mit denen er 1999-2001 das Zentrum Maxglan, 2000 die Wohnbebauung Fondachhof und 2002/04 den Umbau des Republic umsetzte. Mit Wolfgang Pessl schuf er 1996 das Schwesternheim der CDK, 1990 mit Resmann & Schindlmeier das SCA Shopping Center Alpenstraße, 1992 den Montessori Kindergarten und 2005 die Erweiterung des BRG Akademiestraße sowie mit Erich Wagner 1999 das Schwesternwohnheim Alpenstraße 24.
Der gesellschaftspolitisch engagierte und kompromisslose Architekt war ein Motor bei Voggenhubers Architekturreform: 1988 schuf er Skizzen für dessen Publikation „Berichte an den Souverän“ und war 1986 Anreger für die Einladung an Alvaro Siza, woraus dessen Projekt für einen Mönchsberg-Außenlift resultierte.
1993 präsentierte sich Staebner – der auch als Möbeldesigner und Künstler tätig war – zusammen mit Hannes Metnitzer in der Ausstellung „Teilsames“ in der Galerie Eboran. 2012 zog er sich aus gesundheitlichen Gründen aus der Berufswelt zurück.
Uli Staebner war ein unruhiger Geist, unermüdlich auf der Suche nach Lösungen, die der Komplexität der gestellten Aufgaben und Problemfelder noch besser gerecht werden. Als verantwortungsbewusster Stadtbürger war er daher seit 2014 auch Gründungsmitglied der Initiative Um+Bau+Kultur Salzburg, die sich als Zusammenschluss von Expert*innen schon früh für die ressourcenschonende Weiterentwicklung historischer Strukturen in Stadt und Land Salzburg einsetzte. Sein Engagement für das Richtige und sein Blick für das Notwendige werden fehlen.
Ein Nachruf von Jana Prinz
